
Gefeiert als "The Royal Family of the Guitar", haben die Romeros beträchtlichen Einfluss auf dem Gebiet der klassischen Gitarre, ja haben sogar etliche Komponisten zu eigens für sie geschriebenen Stücken inspiriert. Pepe Romero ist der zweitälteste Sohn des legendären Celedonio Romero, der sein Gitarrenlehrer, aber auch sein Partner beim ersten öffentlichen Auftritt war – damals war Pepe gerade 7 Jahre alt! ‘Songs My Father Taught Me (Lieder, die mein Vater mich lehrte) sollte der Titel für alles sein, was ich spiele’, sagt Pepe Romero und bringt so den tiefen Respekt vor seinem Vater zum Ausdruck.
Die Aufnahme versammelt sowohl die Lieblingswerke seines Vaters als auch einige Originalkompositionen von Celedonio Romero. Sämtliche Transkriptionen und Arrangements stammen ebenfalls von seinem Vater. Man merkt der Spielweise und dem Ausdruck schnell an, dass Pepe Romero eine besondere Beziehung zu den Stücken hat. Und obwohl die Stücke von sehr unterschiedlichen Komponisten stammen, scheint doch bei jedem sein großartiges Talent als Musik-Kommunikator durch, das ihn aus der Masse der Gitarreninterpreten heraushebt.
Wer ansonsten bei Gitarrenmusik eine gewisse Einförmigkeit empfindet, könnte von diesem Album positiv überrascht werden. Die Auswahl der Stücke reicht von einem sehr frühen Werk Luis Milans bis hin zu Werken zeitgenössischer Komponisten wie Fernando Sor oder Joaquin Turina – und, nicht zuletzt, Celedonio Romero. Aber er interpretiert auch Werke von Bach, Schumann und Brahms und es ist schlicht fantastisch, wie eine einzelne, virtuos beherrschte Gitarre deren Melodien Leben einhauchen kann!
Die CD wurde mit Philips Bitstream Equipment aufgenommen und klingt exzellent. Eine fein auflösende Anlage vorausgestzt, kann man sogar Geräusche von ausserhalb des Aufnahmeraums, z.B. Vogelgesang, wahrnehmen. Der Gitarrenklang ist sehr gut austariert und wurde sowohl mit Wärme und Fülle als auch mit großer Klarheit eingefangen. Und die akustische Atmosphäre des Aufnahmeorts, der Mission San Luis Rey in Kalifornien, ermöglichte ein großzügiges, offenes Klangbild mit hervorragender Raumdarstellung und Fokussierung.
Anspieltipps: 1, 5, 13, 16, 24